Hans Haacke und Andrea Fraser, zwei zeitgenössische Künstler*innen, haben mit ihren Arbeiten die Selbstkritik des künstlerischen Feldes immer weiter radikalisiert – und sie werfen dabei Fragen auf, die auch für Vertreter*innen der (Erziehungs‑)Wissenschaft von besonderer Brisanz sind. Etwa danach, wie sich ein patriarchaler Apparat kritisieren lässt, dessen Teil man*frau ist. Vor diesem Hintergrund stelle ich das Projekt einer gegenhegemonialen Disziplingeschichte vor, skizziere seine Konturen und kontextualisiere es. Und versuche dabei zugleich zu zeigen, dass die künstlerische Institutionskritik die wissenschaftliche Selbstbefragung zu stimulieren vermag. Der Blick über die Grenzen der Disziplin ist – auch in diesem Fall – überaus lohnenswert.